Info´s zu den einzelnen Arten

Diplolepis rosae (Gemeine Rosengallwespe)
[Familie: Cynipidae]

Gesamtansicht eines Weibchens mit z.T. rot gefärbtem Hinterleib.
Eines der typischen Merkmale ist der speziell gestaltete Hinterleib der Arten, dieser ist deutlich höher als breit. Die weiblichen Gallwespen legen ihre Eier in die Wirtspflanzen, wo sich die Gallen in Abhängigkeit von der Larvenentwicklung und Fraßtätigkeit der Wespenlarven entwickeln. Die Reproduktionszyklen der Gallwespen können sehr unterschiedlich sein. Es gibt Arten mit arrhenotoker Parthenogenese, mit thelytoker Parthenogenese und sogar solche mit komplexer Heterogonie. Der Gallerzeuger der hier dargestellten Rosengallen, die Gemeine Rosengallwespe (Diplolepis rosae) zeigt eine thelytoke Parthenogenese, d.h. aus den unbefruchteten Eiern entwickeln sich wiederum Weibchen.

Periclistus brandtii (Schwarze Rosengallwespe)
[Familie: Cynipidae]

Gesamtansicht eines Weibchens mit schwarz gefärbtem Hinterleib.
Eine Anzahl von Arten der Rosengallwespen ist zu einer sogenannten inquilinen Lebensweise als "Einmieter" in den Gallen anderer Gallwespen übergegangen. Hierbei werden die Erzeugerlarven mehr oder weniger geschädigt. In der Rosengalle ist dies die Schwarze Rosengallwespe (Periclistus brandtii), die als "Einmieter" die Gallen der Gemeinen Rosengallwespe bewohnt. Im Unterschied zu Diplolepis rosae, deren Hinterleib im vorderen Teil rot gefärbt ist, ist der Hinterleib von Periclistus brandtii vollständig schwarz.

Orthopelma mediator (Gelbe Rosenschlupfwespe)
[Familie: Ichneumonidae]

Gesamtansicht eines Weibchens mit Legebohrer.
Im Unterschied zu allen übrigen Arten des Systems der Rosengalle ist die einzige hier lebende Schlupfwespe, die Gelbe Rosenschlupfwespe (Orthopelma mediator) unmittelbar an dem großen Pterostigma der Vorderflügel erkennbar. Die Ichneumonidae werden in zahlreiche Unterfamilien aufgeteilt. Nur eine Art dieser Familie ist im System der Rosengalle vertreten, sie gehört zu der artenarmen Unterfamilie der Orthopelmatinae. In diese Unterfamilie wird heute nur eine, in der Holarktischen Faunenregion vorkommende Gattung (Orthopelma) eingegliedert. Eine Art dieser Gattung ist die Gelbe Rosenschlupfwespe (Orthopelma mediator), ein häufiger Endoparasitoid bei der Gemeinen Rosengallwespe.

Glyphomerus stigma (Gezeichnete Rosenerzwespe)
[Familie: Torymidae]


Gesamtansicht eines Weibchens mit Legebohrer.
Mit einer Artenzahl von ca. 100 für die mitteleuropäische Region zählen die Torymidae zu den weniger artenreichen Familiengruppen. Ein kennzeichnendes Merkmal der Arten dieser Familie sind die enorm vergrößerten Coxae (Hüften) der hinteren Beinpaare. Viele Arten durchbohren mit ihrem oft langen Legebohrer zur Eiablage pflanzliches Gewebe. Ihre Larven befallen zumeist andere Insektenlarven, mache sind pflanzenfressend, andere beides, indem zunächst der Gallenverursacher und anschließend pflanzliches Gewebe verzehrt wird. Insgesamt drei Arten aus dieser Familie können in unserer Region in dem System der Rosengalle angetroffen werden. Hierunter die schwarz gefärbte Gezeichnete Rosenerzwespe (Glyphomerus stigma), die auch dunkle Flecken auf den Vorderflügeln besitzt.

Torymus bedeguaris (Langstachelige Rosenerzwespe)
[Familie: Torymidae]

Gesamtansicht eines Weibchens mit Legebohrer. Der Legebohrer ist genauso lang, oder länger als der restliche Körper.
Mit einer Artenzahl von ca. 100 für die mitteleuropäische Region zählen die Torymidae zu den weniger artenreichen Familiengruppen. Ein kennzeichnendes Merkmal der Arten dieser Familie sind die enorm vergrößerten Coxae (Hüften) der hinteren Beinpaare. Viele Arten durchbohren mit ihrem oft langen Legebohrer zur Eiablage pflanzliches Gewebe. Ihre Larven befallen zumeist andere Insektenlarven, mache sind pflanzenfressend, andere beides, indem zunächst der Gallenverursacher und anschließend pflanzliches Gewebe verzehrt wird. Insgesamt drei Arten aus dieser Familie können in unserer Region in dem System der Rosengalle angetroffen werden. Hierunter die metallisch-bunt gefärbte Langstachelige Rosenerzwespe.

Torymus rubi (Schranks Rosenerzwespe)
[Familie: Torymidae]

Gesamtansicht eines Weibchens. Der Legebohrer ist deutlich kürzer als der restliche Körper.
Mit einer Artenzahl von ca. 100 für die mitteleuropäische Region zählen die Torymidae zu den weniger artenreichen Familiengruppen. Ein kennzeichnendes Merkmal der Arten dieser Familie sind die enorm vergrößerten Coxae (Hüften) der hinteren Beinpaare. Viele Arten durchbohren mit ihrem oft langen Legebohrer zur Eiablage pflanzliches Gewebe. Ihre Larven befallen zumeist andere Insektenlarven, mache sind pflanzenfressend, andere beides, indem zunächst der Gallenverursacher und anschließend pflanzliches Gewebe verzehrt wird. Insgesamt drei Arten aus dieser Familie können in unserer Region in dem System der Rosengalle angetroffen werden. Hierunter Schranks Rosenerzwespe, die metallisch-bunt gefärbt ist.

Eurytoma rosae (Räuberische Rosenerzwespe)
[Familie: Eurytomidae]


Gesamtansicht eines Weibchens.
Die Eurytomiden zählen in Mitteleuropa mehr als einhundert Arten, die eine oft recht unterschiedliche Lebensweise aufweisen. Manche Arten sind sogar phytophag (pflanzenfressend) oder in Teilen ihrer Larvenentwicklung phytophag. Die einzige im System der Rosengallen auftretende Art, die Räuberische Rosenerzwespe (Eurytoma rosae) führt als Larve eine eigentlich eher räuberische als parasitoide Lebensweise. In den aus vielen Kammern bestehenden Gallen frißt sich die Larve von Kammer zu Kammer und verzehrt dort sowohl die Larven des Gallerzeugers als auch die jeweils anwesenden Larven der anderen Insassen des Systems. Die Art kann im Vergleich zu den anderen Arten des Systems der Rosengalle sofort an dem relativ großen Vorderabschnitt des Thorax, dem Pronotum erkannt werden.

Eupelmus urozonus (Breitfüssige Rosenerzwespe)
[Familie: Eupelmidae]


Gesamtansicht eines Weibchens mit kurzem Legebohrer.
Längst nicht in jeder Rosengalle können wir die Breitfüssige Rosenerzwespe (Eupelmus urozonus) finden. Diese ist jedoch keineswegs als Ektoparasitoid auf die anderen Arten des Rosengallensystems spezialisiert, sondern befällt als Parasitoid oder Hyperparasitoid ein sehr artenreiches Spektrum verschiedener anderer Insektenwirte oder Parasitoide in unterschiedlichen Biotopen. Eupelmus urozonus kann im Vergleich zu den anderen Arten des Systems der Rosengalle sofort an der eigentümlichen Gestalt der Tarsen der mittleren Beinpaare erkannt werden.

Pteromalus bedeguaris (Gemeine Rosenerzwespe)
[Familie: Pteromalidae]


Gesamtansicht eines Weibchens.
Die Pteromaliden sind eine artenreiche Familie mit mehr als 500 Arten in Mitteleuropa, die wiederum einer Anzahl von Unterfamilien zugeteilt werden. Ihre Lebensweise ist sehr unterschiedlich, viele sind Ektoparasitoide anderer Insektenlarven. Im System der Rosengalle finden wir in unserer Region nur eine Art, die Gemeine Rosenerzwespe (Pteromalus bedeguaris). Die Gemeine Rosenerzwespe kann an der besonderen Form der Antennen erkannt werden. Nach dem großen ersten Segment befinden sich mehrere, sehr schmale, ringförmige Segmente.